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Digitalisierung

DigiG & ePA: Was Praxen 2026 wissen müssen

15. April 2026

Was sich im Praxisalltag verändert

Das Digital-Gesetz (DigiG) und die elektronische Patientenakte (ePA) bringen mehr digitale Abläufe in die ambulante Versorgung. Für Praxen bedeutet das zusätzliche organisatorische Aufgaben, aber auch die Möglichkeit, Informationen besser verfügbar zu machen und Medienbrüche zu reduzieren.

Die elektronische Patientenakte (ePA)

Die ePA ist eine versichertenzentrierte, digitale Akte, in der Befunde, Medikationspläne, Arztbriefe und weitere Dokumente gebündelt werden. Seit dem Rollout gilt das Prinzip der „ePA für alle": Versicherte erhalten die Akte automatisch, sofern sie nicht aktiv widersprechen (Opt-out).

Was bedeutet das für die Praxis?

Praxen sind verpflichtet, relevante Behandlungsdaten in die ePA einzustellen, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen und Patient:innen dem nicht widersprochen haben. Eine funktionierende Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) und eine aktuelle Praxissoftware sind dafür Voraussetzung.

Das Digital-Gesetz (DigiG)

Das DigiG schafft den rechtlichen Rahmen, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen zu beschleunigen. Zu den zentralen Elementen gehören die breitere Nutzung der ePA, der Ausbau des E-Rezepts sowie die Stärkung digitaler Anwendungen.

E-Rezept als Standard

Das E-Rezept ist verpflichtender Standard in der vertragsärztlichen Versorgung. Verordnungen werden digital erstellt und können von Patient:innen über die elektronische Gesundheitskarte, App oder einen Ausdruck in der Apotheke eingelöst werden.

Was Praxen jetzt tun sollten

  • TI-Anbindung prüfen: Stellen Sie sicher, dass Konnektor, Kartenterminals und Software auf dem aktuellen Stand sind.
  • Software-Updates einspielen: Ihre Praxissoftware muss ePA- und E-Rezept-fähig sein.
  • Prozesse anpassen: Definieren Sie klare Abläufe, wer wann welche Dokumente in die ePA einstellt.
  • Team schulen: Mitarbeitende sollten mit den neuen digitalen Prozessen vertraut sein.

Chancen für die moderne Praxis

Digitale Vorgaben bringen zunächst Umstellung und Schulungsbedarf mit sich. Wenn Prozesse sauber eingerichtet sind, können weniger Medienbrüche, schnellerer Zugriff auf Vorbefunde und klarere Abläufe den Praxisbetrieb entlasten. KI-gestützte Dokumentation kann dabei ergänzen, ersetzt aber keine saubere ePA- und TI-Organisation.

Was Praxen daraus mitnehmen können

DigiG und ePA verändern keine Praxis über Nacht. Entscheidend ist, die technischen Voraussetzungen zu prüfen, Zuständigkeiten im Team zu klären und die eigene Praxissoftware aktuell zu halten. Wer die neuen Abläufe früh einübt, reduziert Reibung im Alltag und kann digitale Werkzeuge gezielter nutzen.